Samstag, 13. Juli 2013

gipfel

Holunderblütencheesecake. Der Himmel über mir (mit einer Sternenspitze). Claires Schuhgipfel, übrigens zu einem fabelhaften Hosenrock! Eine kleine Berglandschaft in meiner Fensterbank - und Sophie davor. Seit Jahren ganz groß. Der >Golden Top Ring< von wsake. Butterscotch Custards mit ... na, ihr wisst schon. Brezelberge mit Butter und Schnittlauch. Ein gekappter Puddinghügel. Und die handundhüftschmeichelnden Zehnzentimeter.
Von den Bergen zu den Gipfeln. Mein meeresfrisches Herz ist ganz auf spitz gepolt. Ein neues Gefühl, das da zu mir heranschwimmt. Gefüttert durch die immer wieder beeindruckenden Spitzen bei Tine. Da kann man schonmal schwach werden.

Apropos schwach - so und so: der Holunder scheint dieses Jahr nicht von meiner Seite zu weichen. Letztens traf der Käsekuchen aus New York auf den Blütensirup. Tauchte als feiner Schwimmer durch das gekühlte Meer. Ein Hauch, wirklich nur ein Hauch! Genau hinschmecken hilft. Das verbindet.
Was war da noch?
Ein Camp Cobbler.

Paules Eiscreme mit Speck.

In den >Catskill Mountains< mit Pia Dehne.

Das Bergflair kriecht herauf. Einmal Sommer dazwischen. Mit ganz viel erdender Weitsicht, mit satter Luft, die tief durch die Lunge fließt. Ist das nur Idyll - oder ist das so. Ich werde es herausfinden.

Setzt die Segel - und auf einen schönen Sommer.
Schönso. Passt!

Wo zieht es euch (unbekannterweise) hin?

P.S. Einsame Spitze: Ottolenghis Pasta mit Erbsen und Joghurt!

Bildquellen: C'est Clairette // wsake // Williams-Sonoma Taste

Mittwoch, 10. Juli 2013

eisberg(e)





Stück
für Stück.

Zum
Geschmacks
Gipfel.

^

Die Baiserluft ist noch lange nicht dünn. Konfetti versteckt sich auch in diesem Berg. Ein dickes weißes Kissen, sonnenlächelnde Aprikosenmünder und rote Kirschbäckchen. Und dazwischen die obligatorischen Krümel. Die gleichzeitig kitzeln und ein wenig nervös machen. Die man wegstreicht vom Laken und sich doch darüber freut, weil es irgendwie kindlich ist.

Die geeiste Terrine ist eines der Rezepte, die sich Nigel Slater wohl für mich ausgedacht hat. Und ein echter Abendrührer. Gefrorene Sahne mit Baiser und Früchten - mehr isses nicht. Mehr ess ich nicht.

Für eine solche Kastenform 500 Gramm Sahne steifschleudern. (Bei den Temperaturen übrigens am besten tiefkühlvorgewärmt die Metallschüssel und die Rührstäbe!) Ordentlich Baiser hineinkrümeln - mindestens zwei große Hände voll. Früchte versenken - in diesen Scheiben eben acht zuckersüße Apriköschen. Und Kirschendoppel, 200 Gramm und gerne mehr. Nicht ganz so sparsam sein (wie ich)! Vorher kurz auf- und eingekocht mit zwei zarten Zuckerlöffelschlägen und einem Schluck Wasser - und dann mit dem Teigschaber durchs Weiß geschifft. In einer folienverkleideten Form durchfrieren. Nach der Nachtruhe stürzen, messerscharf abscheiben, kurz antauen lassen, verschmelzen.

Johannisperlen, Nektarinen, Himbeeren, Brombeeren. 
Da geht vieles.

Auf, auf!

Donnerstag, 4. Juli 2013

im garten (und in der küche) mit nigel slater

Tender I Obst
Nigel Slater
Vom Apfel bis zur Weintraube

620 Seiten 



 
Tarte 
mit Frischkäsekissen
und schwarzen Johannisperlen


Herzklopfen. Das ist mir in letzter Zeit selten passiert - bei Büchern. In diesem Fall war das erste Blättern im Gleichtakt mit dem Herzen. Und ich rede hier wirklich nur vom ersten Blick. Gibt's ja. Ich war ehrlich nervös, als ich es aus dem Umschlag holte. Die Bilder haben mich berührt. Sehr schlicht, sehr nah, sehr einfach - aber einfach gut. Zeitgleich habe ich mich quer durch, kurz und flüchtig, festgelesen. Bestimmte Sätze angesaugt.

>Eine gute Aprikose ist leicht getupft: Sommersprossen in Rot, Rost und Schokolade überziehen ihre Schultern.<
>Wenn Sie mit dem Messer durch die weiche Kruste stechen, dringt der violette Saft an die Oberfläche, wie Blut, das aus einer tiefen Schnittwunde quillt, und lässt die Zuckerkruste mit dunklen Flecken zurück.<

Das muss man mögen, aber wer hier (schon länger) liest, weiß: Ich mag das sehr. 
Eigentlich ist alles ganz einfach.

Tender I Obst ist kein klassisches Kochbuch, sondern vielmehr eine Ode an die Lebensmittel, an die Natur, an den Umgang mit ihr, an den eigenen Garten. An die Einfachheit, an das Gute, an das Wesentliche. So wirkt es auf mich - und so wirkt es in mir nach. Nicht alle Früchte erhalten ihren Platz, es ist vielmehr eine bewusste und persönlich heimische Auswahl, die Nigel Slater getroffen hat. Und das ist richtig gut so. Jede Frucht erhält dabei eine Einleitung, eine Geschichte und Gartengedanken. Geschmackskombinationen finden Raum. Es ist ein äußerst liebevoller Umgang mit dem Wachsenden. Anschließend Rezepte. Im Kern süß, aber auch ein paar salzige Varianten schmuggeln sich darunter. Wer es noch salziger mag, für den ist wohl Tender I Gemüse das Richtige.

Nun, die Sprache ist für mich die würzende Komponente in und zwischen den Seiten. Die Texte haben eine Melodie, die unmittelbar in die Zutaten und gleichzeitig in meine Vorstellung der Zusammenstellung kriecht. Tender I Obst ist ein 620 Seiten kräftiger Schinken mit unglaublich vielen feinen Scheiben. Zum Lesen, und in die Hand nehmen. Zum Darinversinken. Zugegeben: Am Herd blättert es sich etwas schwieriger darin. Die Rezepte sind nicht übermäßig raffiniert, aber verdammt gut komponiert. Ausgewogen. Einiges ist sicher bekannt, vieles vielleicht jedoch in den ausgewählten Kombinationen eher unbekannt. Langsam gebackene Feigen mit Orangen und >Vin Santo<, flaumige Feigen-Brombeer-Pies, Brombeer-Focaccia. Geeiste Terrine mit Aprikosen, ein Kuchen für den Hochsommer. Die Rezepte sind sehr reduziert auf die Aromen selbst, und das ist es, was mich persönlich fängt - und das Klopfen verursacht. Zusammen mit der Sprache auf beiden Ebenen.

Ein Buch, das bleibt. 
Ganz bestimmt länger als der Sommer.

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Im letzten Jahr bereits probierte ich die wirklich sehr gute (und kaltbereitete) Tarte mit Frischkäsekissen und (in meinem Fall) schwarzen Johannisperlen - und traf sie jetzt überraschend auf Seite 570 wieder. Nigel Slater setzt auf die weißen Beeren im Original: >Ich wollte ihre zarte Schönheit und Transparenz feiern.< Feiert ihr mit?

Für einen Acht-Personen-Kreis 500 Gramm Frischkäse und 200 Gramm Naturjoghurt mischen. Durch ein Musselintuch tropfen lassen - am besten über Nacht! Für die süße Teigkruste 300 Gramm Ingwerkekse (ich entschied mich für kernigen Hafer und eine Messerspitze gemahlenen Ingwer) mit dem Nudelholz weichklopfen und zusammen mit 75 Gramm flüssiger Butter zu einem Teig ausformen. Am besten direkt in der 22er- Backform. Nicht vergessen: Ränder hochziehen! 20 Minuten kühlstellen. 

Die trockengetropfte Frischkäsemischung mit drei gehäuften Esslöffeln Puderzucker (oder mehr - je nach Zahn) bekannt machen und die geriebene Schale einer kleinen Bio-Limette (Schwarz/Limette - Weiß/Orange) unterrühren. Ein paar krause grüne Haare für den schwarzen Kopf aufbewahren. Das Weiß als Kissen aufstreichen. 450 Gramm Johannisbeeren mit der Kuchengabel entästeln und die Füllung handflächenabkullernd belegen. Mit Puzu bestäuben und mit ein paar Limettenlöckchen. Kurz ruhen lassen und dann: abecken. Statt an. 

Den besten Appetit!

Danke an den DuMont Buchverlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Fotos: Jonathan Lovekin (5/6)

Dienstag, 2. Juli 2013

unterwegs in dü


Aroma

ein bisschen 
Mode und Kultur

plus
Schönso

! 

S

S
      S
              S
                          S
                            S
                   S
                                                                                               S
                                                                                          S
                                                                            S 

Reisevorfreudig bin ich. Sehr reisevorfreudig - und überhaupt vom Unterwegssein gerade angesteckt. Am Wochenende saß ich in bester Gesellschaft bei einem Brownie und mit fröstelnden Füßen im >Meer<. Tauschte weiterwährende Deutschlandreiseträume gegen >Fahren bis schön ist<. >Fahren bis schön ist<, ist das nicht schön? Gegen Zeltzippererinnerungen und Gedanken quer durch. 

Dieser Sommer in der Dreizehn hält eine Premiere für mich bereit - die Spannung steigt, das Herz vibriert. Und weil sich auf meine Pinnwand unlängst eine neue Sammelstelle gesellt hat mit dem Namen >Unterwegssein<, war ich auch mal kurz unterwegs. Ganz in der Nähe, bekanntes Gefilde. Düsseldorf. Wo bin ich eigentlich gerne?

Da mein Ziel nun neu gesteckt ist, habe ich gleich noch ein paar weitere Fähnchen in den virtuellen Boden gepflanzt. Auf einer nicht unbedingt hübschen, aber wie ich finde praktischen Karte. Meine liebsten Orte. Soweit. Vielleicht lesen ein paar >Nachbarn< mit - oder ihr stoppt irgendwann mal in dieser Stadt.

Wo soll ich (noch) halten? Empfehlt mal.
Oder träumt. 

Oder füttert meine Wand.

Mit Anne auf Kaffee und Kuchen.