Freitag, 31. Mai 2013

trotz(t) regen



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Ein 
Rezept.

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 Bevor es vergrünt.


Für 8 Ecken

460 Gramm Mehl (Typ 550)
zwei Teelöffel Backpulver
ein Teelöffel Curry
ein Teelöffel Salz
-
mischen

zwei große Hände Bärlauchgrün 
(oder andere Kräuter)
fein geschnitten
-
unterheben

ein Ei 
125 Gramm kalte Butterwürfel
250 Milliliter Milch
-
gerade so 
mit den Knethaken 
des Handrührers 
verdrehen

auf die leicht bemehlte 
Arbeitsfläche kippen
-
einen höheren Kreis formen
in der Mitte leicht eindrücken
-
 in acht Ecken
nach Augenmaß 
messern

auf dem Backpapierblech

etwa 25 bis 30 Minuten

im vorgeheizten Ofen 
bei 200 Grad bräunen
-
lauwarm 
bebuttern
bedippen
.


Das Paradiso kommt durch den Briefschlitz. Seit eh und je - und nicht nur bei Regen - hält Blax die Haare fern; für das optimale Sprossenempfangsgesicht, irgendwann. Manchmal hilft verbiegen. Ein Glücksfall heute: die Stielkasserolle von Riess. (TK Maxx sei Dank! Dort gibt es übrigens gerade auch günstige Töpfe und Formen von >Le Creuset<. Mein Schnapper: endlich ein 20 x 20 Quadrat.) >Le Cake au Chocolat de ma Belle-Mère<. Förmchenfunde für >zierratundgold<. Goldene Post. 

Außerdem: Stachelbeereis mit Baiserkrümeln von Tati. Der Blog >Eat this Poem<. Margaret Howell. Und Rituale.

Zum Beispiel: Schönwo.

(Rezeptquelle: Slowly Veggie! // GourmetGuerilla)  
(Bildquellen: a daily something // Rebecca Genet * Grossman & Friends)  

Montag, 27. Mai 2013

schnee (und fast weiß)


Die richtige
Position finden.

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o
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Unterwegssein. Nicht ganz weit weg - dazu fehlt mir dann doch das intensivgeimpfte Fernweh-Gen - aber zumindest so weit, dass neue Bilder, Stimmungen und Gerüche Kopf und Herz füttern. Ich bin gerne mit dem Auto unterwegs. Einfach fahren, einfach los. Mich ungeleitet leiten lassen - und gehöre dabei noch zu denjenigen, die mit grober Orientierung auf die Straße gehen. Öfter mal abfahren. In Städten bin ich selten mit Stadtplan unterwegs. Einmal eingeprägt, ist der Sinn sehr ausgeprägt. Ein Wunsch, der seit vielen Jahren wächst, ist eine Deutschlandreise - quer durch, oben, unten und im Kreis. Plätze und Landstriche aufspüren, die mir bislang verborgen waren. Einmal alle >braunen Schilder< anfahren. Ja!

Und jetzt die Kurve. Letzter Stopp: Bad Neuenahr. Ich liebe es, in Kleinststädten und Kurorten auszusteigen. Es liegt ein so unglaublich verschlafener Atem über den Kernen. Und egal welches Ziel, in jedem Ort suche ich nach einem Café. Oft und gerne nach einem richtig altmodischen Café. Mit Gardinen und Sahnerosen auf den Torten. In dem Fall: >Konditorei Irmgartz<. Zwei Maikäfer aus Schokolade krabbelten in die Tüte - und auf den Teller für unterwegs legte sich ein Stück Eissplittertorte. Eissplittertorte! Ich bin verliebt in unbekannt. In halbgefrorene Sahnebaiserschichten, in Schokolade und Krokantkrümel, in den Knack zwischen den Zähnen. In die lächelnde Situation, wenn das Stück mit jedem Gabelstoß fast von der Pappe fliegt. In dieses Gefühl, etwas Neues kennengelernt, ein weiteres Wegstück gefunden zu haben. Gehört übrigens für mich definitiv auf so ein braunes Schild.

Wieder eine Kurve: Zuhause wurden sofort Eiweiß getrennt. Für Baisers - in weißer Voraussicht auf den Feiertag. Und die andere Hälfte, die Eigelb, suchten Verwendung. Eierlikör! Gibt es etwas, das noch mehr Kaffeekränzchen ist? Ich sage: nein. Und ich sage: der Eierlikör ist groß - und tendenziell schneeweiß. Oder schneegrau. Jedenfalls ganz wie ich es mag, denn mit der Farbe Gelb habe ich es nicht so. Orange genotet, gut im Fluss, aber nicht zu zäh. Einen Schleier auf das Glas legend. Und kaltgerührt. 

Aus sechs frischen (!) Bio-Eigelb (Größe M). Diese zusammen mit 150 Gramm Puderzucker und dem Handmixer fünf Minuten (mindestens) zu einer fast pastösen hellcremigen Masse aufschlagen. Dazu streut: Orangenzeste von zwei Früchten - und Vanillemark einer Schote. Als Flüssigkeit: 150 Milliliter frisch gepresster Orangensaft sowie Kondensmilch. Eine kleine Dose mit 170 Gramm Gewicht und Milchmädchen, 130 Gramm. (Ich habe es mit Sahne ebenfalls versucht, fand die jetzige Mischung jedoch besser.) Einstrahlen, vorsichtig - und immer rührend. Außerdem: 350 Milliliter guten Weinbrand. Sorgt trotz Farbe für diese Farbe. Ihr seht es ja. In Ruhe lassen - und ziehen. Zwei Stündchen. Nach der Pause durch Sieb (!) und Trichter dem Flaschenhals einflößen. Füllt insgesamt knapp einen Liter. Abnippen, möglichst zügig und streng gekühlt. Innerhalb von vier bis sechs Wochen sagt Tim, der die frohe Quelle ist.

Eissplittertorte gibt es später (dazu). Ich nippe noch - und bin dabei.

Immer wieder die richtige Position zu finden.
Darum geht es.

Der Abend sonnt.

Konditorei Irmgartz * Hauptstraße 103 * Bad Neuenahr-Ahrweiler

Mittwoch, 15. Mai 2013

o mi




 !
ohne  mich

°
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kings of convenience homesick
an pierlé jupiter
anna depenbusch wir sind hollywood
joni mitchell amelia
maximilian hecker summer days in bloom
zaz les passants
great lake swimmers songs for the angels
niels frevert eines flüchtigen tages treffen auf der straße

Ich kaue und kaue und kaue - auf einem Gefühl herum. Seit Tagen, ach was, seit Wochen. Mal geht es
vorbei, mal schiebt es sich durch wie ein Blitz. Was ist es genau? Ich weiß es nicht so recht. In so einem Moment trifft mich Sue. Trifft mich: >Ohne mich!<. Fange ich an zu blättern - und sauge Gedanken durch den Minzhalm ein.

Leben sind so.

Deshalb bleibe ich noch ein bisschen - dort und hier, und hier und dort und fort.
Auf bald.

In der Zwischenzeit: 

Noch mehr lesen (am besten gleich alle!).
Noch mehr hören
Mehr schaffen. 

Immer wieder unterwegssein: Langen Foundation // Museum Insel Hombroich * Minkel 2 * Neuss

Sonntag, 5. Mai 2013

löwen

 
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Für den Honigzahn.



Vorgestern habe ich eine Wiese leergepflückt. Kopf um Kopf abgezwickt die gelben Sonnenmähnen. Schon so lange wollte ich ihn probieren. Den Sirup, den Honig, den Süßen, den Löwen. Letztes Jahr war ich ein wenig zu spät, da zogen die Fichtenwipferl ein. Aber diesmal ganz unverhofft - wie es so oft im Leben ist -, durfte ich am Sonnenhang in die Knie gehen. Das war übrigens noch die leichteste Arbeit. Als abendliche Meditation dann: sich wiederholendes Enthüllen. Gut 300 gelbe Blüten mussten aus ihrem grünen Kelch befreit werden. Nur die feinen Spitzen sollen (so las ich es) sich in süßen Sirup verwandeln. Alles Grün muss fort - diesmal. Denn die Milch im Stängel bittert.

Für zwei große Gläser und ein kleines braucht's 200 Gramm Löwenzahnblüten (wie gesagt nur die feinen gelben Blätter; das bedeutet bestimmt 300 Köpfe. Und am besten natürlich straßen- und hundewiesenfern!). Diese zusammen mit 1 Liter Wasser in einem großen Topf aufwallen. 5 Minuten köcheln. Runterkühlen und tuchbedeckt ziehen lassen. Am besten über Nacht. Schläft sich halt am besten. Am nächsten Morgen nun: Den Pflanzsee durch ein Leinentuch seihen, gut ausdrücken, es fabriziert sich ein fester Blütenball in den Händen. Die aufgefangene Flüssigkeit zusammen mit dem Saft einer Zitrone, dem Mark einer Vanilleschote und 1 Kilogramm Rohrzucker (ja!) sirupartig einkochen. Leise mögen es der Zahn und seine Vitamine. Schmale Flamme, die aber dauerhaft. Eine Stunde bestimmt.* (Ich gebe zu, ich habe am Anfang kräftig aufgedreht, denn wer weiß, ob sie wirklich noch zählen - die Vitamine im Mehr-als-Zuckerbad.) Notiz zur Konsistenz: Klebt kalt im Glas nach. In sterilisierte Gläser eintrichtern. Heiß verschließen - und im Sonnenlicht den Vanillepünktchen entgegenstrahlen. Übrigens auch ein paar Schwebstoffen. Wer einen richtig klaren Blick bevorzugt, filtert vor dem Abfüllen erneut.

Glänzt golden.
Schmeckt süß - zuckerzahnsüß.

Verträgt sich mit Brot und Pfannkuchen, klassisch mit Tee - und vielleicht auch als wilde Note im Frohstück. Wer weiß es schon, wen er noch alles anbetet - der Löwe. 

Oder am Ende doch nur sich selbst ... ?

Sonnso.

* Dabeisein und in den Kochtopf luschern ist die Devise. Es könnte kürzer sein bei euch - oder auch (wesentlich) länger.