Donnerstag, 31. Januar 2013

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Bananenwürzwürfel
und
Anisvögel
.


Gedanken wegbacken - das funktioniert. Zumindest bei mir. Mit der Ofenhitze schmilzt der Frost. Zitrone, Schokolade, Banane, in der Reihenfolge. Und die Letzte die Beste. Eines Abends stolperte ich im Netz über Myriam. >Myriam und die Meisterbäcker<. Im Schweizer Dezember hat sich Myriam durch 15 Küchen gebacken. Immer auf der Suche nach dem Meisterwerk, dem Liebling oder dem Rezept, das sich seit Generationen durchreicht. Und das äußerst symphatisch, feinfühlig, interessiert und sprachlich so wärmend. Genau das richtige also. 

Bei der ersten Folge blieb ich kleben. Am >fantastischen Bananen-Gewürzcake< von Tanja Grandits. Schaute die Folge vor und zurück. Fing an zu backen. Im Video wurde so einfach gerührt. Genau so - und ich zog klebrige Gummiwürfel aus dem Ofen. Der Geschmack allerdings richtig toll. Ich bin keine besonders gute Freundin der Banane, aber in der Kombination mit Pfeffer, Koriander, Zimt, Nelke, Anis, Kardamom - und Vanille, ist sie wirklich sehr sehr fein. Zweite Runde also - mit Finessen für plustrige Würfel, in denen Anisvögel zu fliegen scheinen.

Hier das Rezept.
Hier meine Vorgehensweise.

Gewürze in einer Pfanne trocken rösten:

10 grüne Kardamomkapseln
3 große Sternanis
8 Nelken
30 runde Korianderkörner

 Wenn ihr habt: Zimtblüten.  
(Ich habe unter die gesiebte Mischung später 
gemahlenen Zimt gerührt, 
ein sparsames Teelöffelchen.)

Im Mörser zusammen mit 5 oder 6 
schwarzen Pfefferkörnern mahlen - dann durchsieben. 
Ein wenig aufbewahren für den Staub später.

225 Gramm braunen Zucker mit zwei Eiern schaumig schlagen, bis sich eine dickliche Creme ergibt. Drei bis vier Minuten etwa. Das Mark einer Vanilleschote hinzufügen, 60 Milliliter Walnussöl sowie 150 Gramm flüssige Butter. Schaumig rühren. 225 Gramm Mehl (Typ 405) mit einem gehäuften Teelöffel Backpulver und einer Prise Salz vermischen und sieben. Unbedingt sieben. Unterheben. Gewürzmischung hinein. 225 Gramm Netto-Banane in Scheiben säbeln und mit der Gabel vorsichtig(!) zerdrücken. Im ersten Versuch habe ich nämlich die feinen Fasern der Banane mit dem Pürierstab kaputtpüriert, was mich wohl die klebrigen Würfel fabrizieren ließ. Kurz unterrühren mit dem Handmixer. Eine flache quadratische Form (20x20cm) mit flüssiger Butter auspinseln, den Teig eingießen. In den vorgeheizten Ofen schieben bei 180 Grad für 45 bis 50 Minuten. Immer wieder mit einem Holzstäbchen testen, bis dieses teigrein ist. Stürzen, auskühlen lassen, in Würfel schneiden. Gewürz mit Puderzucker mischen und bestäuben. Ein Tee dazu oder heiße Schaummilch. Ist der Würfel in der Taille zartsaftig, ist er perfekt.

So gut.

Sonntag, 27. Januar 2013

von luftlöchern und pudding


Danke. Für all die warmen Worte, die mich hier erreicht haben. Für Trost und Mut und einfach nur Dasein. Für dieses heilsame Netz. Das, was die Angst ausgelöst hat, ist Krankheit. Urplötzliche Krankheit. Die nicht mich selbst betrifft, aber deshalb umso schwerer wiegt. Etwas, das ich oder wir alle nicht in der Hand haben. Damit umzugehen lerne ich. Und lasse mich dabei von den Worten einer Freundin begleiten: >Das Schlechte können wir nicht verhindern und uns auch nicht darauf vorbereiten. Es kommt wie es kommt. Bis dahin wollen wir lieber froh sein und es so gut wie möglich haben.< Noch fällt mir das Frohsein schwer, aber ich wachse hinein.

Lasse mich unterstützen von selbstgemachtem Vanillepudding. Eine abgefüllte Trostdosis mit luftigen Löchern, durch die ich atmen kann. Weißweich geschlagen, zartsüß, zum Hineinkriechen. Sechs kleine Gläser rühren sich aus 500 Milliliter Milch und einer Vanilleschote. Aufkochen lassen, vom Herd ziehen. In der Zwischenzeit: zwei Eiweiß zu Schnee schlagen. 35 Gramm Speisestärke, 35 Gramm Zucker (oder Honig), 75 Milliliter kalte Milch und zwei Eigelb zu einer stärkenden kleinen Suppe rühren. In die heiße Milch klümpchenlos einbesen. Zieht mit wohl dosierter Hitze fix an. Schnee unterheben - und warm abfüllen. Mit Himbeeren toppen oder einfach ohne. 

Schiebt sich als helle Wolke vor.

Sonntag, 20. Januar 2013

irgendwo ist oben


Irgendwo ist oben
Du musst weiter schwimmen

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Anna Depenbusch

Still war es.
Länger still als erwartet.

Manchmal wird man im Leben mit einer Situation konfrontiert, die Kopf und Herz sprengt. Die einen so unerwartet erwischt wie ein eisiger Sturm Schnee. Die einem den Atem nimmt, den Glauben, alle Pläne für den Moment durchkreuzt. Und dann gilt es, sie durchzuleben, sich zu lassen. Tapferkeit zu tanken und verdammt viel Mut. >Glaub immer an das Gute.< Ein Satz der sich einbrennt, Wunsch wird.

So war das. 
Und so ist es immer noch. 
Der hoffende Funke bleibt -, dass der Moment, dann doch der richtige war. 
Rechtzeitig und ausreichend.

In einer solchen Situation bin ich dankbar für Menschen, die mir nah sind - und mir ein Zuhause geben. Für Freunde, die nicht nur eine Kammer aus Worten bauen können, sondern auch ein Haus aus Hoffnung. Die mir tröstende Gedankensäckchen schnüren und Krapfen mit Hagebuttenmark servieren, das sich wie ein heilender Film auf die Seele streicht und den Herzfrost durchweicht. In einer solchen Situation entwickelt sich auch ein sehr klares Bewusstsein für das, was alles nicht wichtig ist. Und besonders wichtig. Jeder Tag ist ein Geschenk - und eine neue Chance. Das zu verinnerlichen ist besonders wichtig. Und doch: In einer solchen Situation kämpfe ich mehr denn je mit meinem eh schon stärksten Gegner. Die Angst steht auf der Matte. Stark und unerschütterlich. Doch irgendwann wird vielleicht aus der mittlerweile ungesunden Verbindung eine ebenbürtige Beziehung, die hilft statt hemmt - und mich einer solchen Situation kraftvoll statt machtlos begegnen lässt. Daran zu arbeiten, auch das hat mich die letzte Zeit gelehrt. Noch viel mehr dazu.

Und nun? Geht es (hier) weiter mit meinem Sonntagssatz im Hinterkopf: >Das Süße aufgabeln und das Saure außen vor lassen<. Denn für den Augenblick jedenfalls habe ich mich aufgeweint.




Passt auf euch auf.
Bleibt gesund.
Hallo 2013.

. . .

Allen, die in die (weihnachtliche) Stille und danach Post und Worte schickten, denen sei an dieser Stelle gesagt: Danke. Sie sind angekommen und wurden von Herzen befreut. Jede einzelne Sendung. Mit Zeit und Muße kommt der Dank auch auf anderem Wege zurück. Irgendwann ganz sicher, ja.