Sonntag, 25. März 2012

karamelleis


Nichts hält mich mehr. Nachdem die Eiszeit schon letzte Woche ihre Schollen gen Gaumen getragen hat, bin ich an diesem Wochenende eigenhändig in Produktion gegangen. Angestiftet durch Jeanny, die sich wiederum bei Donna (Hay) die Schmelzpartie einverleibte. Turbo-Karamelleis nennt sich der Spachtelberg. Und Turbo heißt: Sahne und bereits gerührte Karamellsauce. >Bonne Maman< war der Tipp, der sich allerdings so gar nicht >Turbo< in meinem Supermarkt realisieren ließ. Kurzfristig schaltete ich einen Gang zurück und fabrizierte einen eigenen goldenen See. Aus 100 Gramm Zucker, der ohne Rühren auf dem Pfannenboden zusammenwachsen soll, und 200 Gramm flüssiger Sahne. Die wiederum geduldig glattrühren. Nicht verzagen und schmale gleichmäßige Hitze ebnen den Weg zum Ziel. Mit 300 Gramm kräftig geschlagener Sahne mischen (im abgekühlten Zustand versteht sich!) und einfrieren in einer Metallschüssel für ein paar Stunden. Eine Pfütze aufsparen und später das Eis damit bezirzen. Begeisterung und eine zarte Sahnespur auf der Zunge sind das Plus für die Sonnengrade.

Und weil hier in den letzten Tagen wenig Datenfluß herrschte, nehme ich den Sonntag ebenfalls zum Anlass, mein Wochenaroma zu konservieren. Von jeher mit Farbe bestrichen, schmecken die Tage doch immer wieder anders. Die kulinarischen Begegnungen der letzten sieben Tage folgen nun ganz dem jeweiligen Tagesfarbton. Erkennt ihr ihn?
Blaubeerschnecken von Island Menu.  
Erfrischungsstäbchenassoziation dank Julies Kandierversuchen. 
Pfannenschieber. 
Lila Soße in Dresden.
>Frozen Yoghurt< mit Browniewürfeln von Yomaro.
(Verpackungs-)Berge.
Schmackhafte Butterverbindungen.
Das >Süß< des Sonntags sammelt heute übrigens meine Farbenfreundin Katrin ein. 

Lasst es euch gutgehen.

Sonntag, 18. März 2012

meringue


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Chai, der sanft schäumt - dazu Lektüre. Das neue COS Magazin mit Annette Müller von Berliner Honig im Interview. Die Kastanie knospt, auf ihr sitzen Packpapierhütchen, die einst in einem Paket zu mir kamen. Sie machen es sich gemütlich. So wie ich. So wie ein Sonntag sein könnte, in diesem Fall nicht war, zumindest nicht heute. Aber manchmal ist schummeln erlaubt, oder? Und das Gefühl trägt sich durch. So wie die Meringue Mandeln tragen, und zart nach Kaffee schmecken. Geschmacksknospen, die dazu optisch wieder den Gipfelhütchen gleichen. Ihr wisst ja, ich mag die Bilder, die stets beisammen sind.

Außerdem mag ich, wenn alles seinen Platz findet, so wie diese Meringue, die ich aus eigelbverlassenen Weiß schlug. Zwei an der Zahl mit einer Mischung aus braunem und weißem Zucker. Dazu etwas Espressopulver für Geschmack und Farbe. Gehackte Mandeln on Top. Knackige Schale, weicher Kern.

Jetzt habt auch ihr einen Platz - hier und auf der Tafel. Einen schönen Sonntag.

(Inspirationsquelle: house to haus)

Mittwoch, 14. März 2012

gewinnen

Yvette van Boven Home Made Natürlich hausgemacht DuMont Buchverlag

Mit einem Tomatentupfer geht es zur Mitte der Woche farbig weiter. Bergfest gleich Glücksfest. Den prächtig roten Einband trägt das Kochbuch >Home Made. Natürlich Hausgemacht< von Yvette van Boven. Ich entdeckte den ordentlichen >Schinken< einst in Amsterdam - und verliebte mich. Und das bringt nicht nur die Stadt mit sich, die mich eh schon gefangen hat. Seitdem bereichert das Buch mich und meine Küche in der niederländischen Fassung. Immer wieder fuchse ich mich in die wunderbaren Rezeptbeschreibungen ein - und lache dabei leise vor mich hin. Wie es im Inneren aussieht, könnt ihr übrigens hier nachsehen.

Nun aber zum Eigentlichen: Seit dieser Woche gibt es >Home Made< auch auf Deutsch - Herausgeber ist der Dumont Buchverlag. Und genau dieser hat mir ein Exemplar zur Verlosung bereitgestellt. Freude und gute Kochbücher soll man schließlich weitergeben.

Alles, was ihr dafür tun müsst: Hinterlasst mir einen Kommentar unter diesem Beitrag und verratet mir darin, was euer absoluter Küchenfavorit ist - immer und immer wieder. Alle Kommentare zählen, die bis Sonntag, 18. März 2012, 24 Uhr eingegangen sind. Bitte hinterlasst mir in eurem Kommentar unbedingt eine E-Mail-Adresse oder ein verknüpftes Profil, auf der ich eine finde - für den Gewinnerfall.

Ich wünsche euch Glück.

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Wow - tausend Dank für die vielen Kommentare, die ich aus dem Lostopf fischen durfte. Ein Genuss, all euren Favoriten nachzugehen. Gewonnen hat das Buch Isabell - und ihr verlockendes Erdbeer-Rhabarber-Tiramisu. Du erhälst Post in beiden Fächern.

Sonntag, 4. März 2012

petite

 

Vor einiger Zeit habe ich mich in den Kanal von >Annabelle< verliebt. Hörte mich bis in die Nacht durch den Schweizer Wortklang, war begeistert von der schlichten Küchenatmosphäre, die ich irgendwie als sehr beruhigend empfand. Am nächsten Tag segelten als erstes die Ravioli in die Pfanne. Projekt Nummer Zwei sollten die kleinen Tartes Tatin sein. 

Wie es meistens bei mir ist, fügt sich eins zum anderen. Die Tulpen beugten sich grazil vorneüber und zeigten mir ihren zart marmorierten Untergrund, der sich in der Apfelschale spiegelt. Ich wusste, ich wollte. Nichts anderes. Blätterteigteller mit Apfelhügel und ein blütenspitzes Sahnepanorama. Die Unkompliziertheit der Tartes ist umso mehr begeisterungswürdig, wenn in manchen Momenten das Fingerspitzengefühl fehlt.

Für vier kleine Souffléförmchen in einer Pfanne 75 Gramm (Rohrohr-)Zucker schmelzen bis ein schönes goldbraunes Karamell entsteht. In die Förmchen gießen und kurz ausschwenken. Wer mag, kann die karamellbenetzte Pfanne noch mit einem Guß heißem Wasser ablöschen, und so einen Sirup herstellen, der später zusätzlich über die Tartes geträufelt wird. Vier kleingewachsene >Cox Orange< schälen, das Kerngehäuse mit einem Apfelausstecher entfernen - und dann am Rand des Apfels - ebenfalls mit dem Ausstecher - einen Fruchtfleischkorken produzieren und als Kerngehäuse wieder einsetzen. Den Apfel seitlich abschneiden. Das kann man im Film ganz wunderbar nachvollziehen! Den Apfel mit der Schnittfläche nach oben auf den Karamellboden betten. Mit Zitronensaft beträufeln und eine schmale Scheibe Butter auf den Apfel legen. (Kühlthekenfertigen) Blätterteig entrollen und Kreise ausschneiden, die einen etwas größeren Durchmesser haben als die Förmchen. Auflegen und sanft andrücken, den Rand aber nicht umschlagen. In den vorgeheizten Backofen (185 Grad) schieben und etwa 45 Minuten braun brutzeln. Kurz abkühlen lassen, stürzen und mit einem Klecks Sahne anrichten. >Mon Dieu<. Mit dem Regen um die Wette perlt Gudrid Hansdóttir. Merci Sonntag.

Mit welchem >Süß< dankt ihr diesem Tag? Schaut euch bei Katrin um.