Mittwoch, 15. Mai 2013

o mi




 !
ohne  mich

°
.
.


kings of convenience homesick
an pierlé jupiter
anna depenbusch wir sind hollywood
joni mitchell amelia
maximilian hecker summer days in bloom
zaz les passants
great lake swimmers songs for the angels
niels frevert eines flüchtigen tages treffen auf der straße

Ich kaue und kaue und kaue - auf einem Gefühl herum. Seit Tagen, ach was, seit Wochen. Mal geht es
vorbei, mal schiebt es sich durch wie ein Blitz. Was ist es genau? Ich weiß es nicht so recht. In so einem Moment trifft mich Sue. Trifft mich: >Ohne mich!<. Fange ich an zu blättern - und sauge Gedanken durch den Minzhalm ein.

Leben sind so.

Deshalb bleibe ich noch ein bisschen - dort und hier, und hier und dort und fort.
Auf bald.

In der Zwischenzeit: 

Noch mehr lesen (am besten gleich alle!).
Noch mehr hören
Mehr schaffen. 

Immer wieder unterwegssein: Langen Foundation // Museum Insel Hombroich * Minkel 2 * Neuss

Sonntag, 5. Mai 2013

löwen

 
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Für den Honigzahn.



Vorgestern habe ich eine Wiese leergepflückt. Kopf um Kopf abgezwickt die gelben Sonnenmähnen. Schon so lange wollte ich ihn probieren. Den Sirup, den Honig, den Süßen, den Löwen. Letztes Jahr war ich ein wenig zu spät, da zogen die Fichtenwipferl ein. Aber diesmal ganz unverhofft - wie es so oft im Leben ist -, durfte ich am Sonnenhang in die Knie gehen. Das war übrigens noch die leichteste Arbeit. Als abendliche Meditation dann: sich wiederholendes Enthüllen. Gut 300 gelbe Blüten mussten aus ihrem grünen Kelch befreit werden. Nur die feinen Spitzen sollen (so las ich es) sich in süßen Sirup verwandeln. Alles Grün muss fort - diesmal. Denn die Milch im Stängel bittert.

Für zwei große Gläser und ein kleines braucht's 200 Gramm Löwenzahnblüten (wie gesagt nur die feinen gelben Blätter; das bedeutet bestimmt 300 Köpfe. Und am besten natürlich straßen- und hundewiesenfern!). Diese zusammen mit 1 Liter Wasser in einem großen Topf aufwallen. 5 Minuten köcheln. Runterkühlen und tuchbedeckt ziehen lassen. Am besten über Nacht. Schläft sich halt am besten. Am nächsten Morgen nun: Den Pflanzsee durch ein Leinentuch seihen, gut ausdrücken, es fabriziert sich ein fester Blütenball in den Händen. Die aufgefangene Flüssigkeit zusammen mit dem Saft einer Zitrone, dem Mark einer Vanilleschote und 1 Kilogramm Rohrzucker (ja!) sirupartig einkochen. Leise mögen es der Zahn und seine Vitamine. Schmale Flamme, die aber dauerhaft. Eine Stunde bestimmt.* (Ich gebe zu, ich habe am Anfang kräftig aufgedreht, denn wer weiß, ob sie wirklich noch zählen - die Vitamine im Mehr-als-Zuckerbad.) Notiz zur Konsistenz: Klebt kalt im Glas nach. In sterilisierte Gläser eintrichtern. Heiß verschließen - und im Sonnenlicht den Vanillepünktchen entgegenstrahlen. Übrigens auch ein paar Schwebstoffen. Wer einen richtig klaren Blick bevorzugt, filtert vor dem Abfüllen erneut.

Glänzt golden.
Schmeckt süß - zuckerzahnsüß.

Verträgt sich mit Brot und Pfannkuchen, klassisch mit Tee - und vielleicht auch als wilde Note im Frohstück. Wer weiß es schon, wen er noch alles anbetet - der Löwe. 

Oder am Ende doch nur sich selbst ... ?

Sonnso.

* Dabeisein und in den Kochtopf luschern ist die Devise. Es könnte kürzer sein bei euch - oder auch länger.

Dienstag, 30. April 2013

grün ist ein gefühl


Es 
wächst

° °°


Da oben steht es. Aber ich wiederhole es zu gerne: Grün ist ein Gefühl. Ein bisschen lebensgleich - nie immergrün, vielmehr wachsen, aufblühen, in Blüte stehen, verblühen, gehen und wiederkommen. Noch dazu: Ein köstlicher Begleiter in vergangenen Tagen. Der grüne Kreis aus dem letzten Jahr schließt sich nun in diesem: Bärlauch, Basilikum und Kohlrabi, der Fenchel und die wilden Blätter - in Teilen tauch(t)en sie wieder unter die Oberfläche. Ergänzt durch die Minze und zwei Fingerkuppen Melisse.

Schlicht und butterschichtdick das Aroma. Einfach und schnellgerührt - so mag ich es am liebsten. Noch letzte Woche fegte der Sonnenstrahl über die Decke. Der Kreislauf, der Kreislauf! Kommt wieder. Und damit wir alle gewappnet sind:

Für ein kleines Glas Streich 100 Gramm weiche Butter, eine Handvoll Bärlauchblätter, ein großgewachsener Stängel Minze und ein paar Salzschollen (ich bevorzuge >Maldon Sea Salt<) zusammen auf Hochtouren bringen. Auf's Brot cremen. Eins ohne Kneten vielleicht - oder die Mutterlaibe von Ulma. Die Minze macht sich zart dominant bemerkbar, das schmeckt!

Unter das altbewährte Pesto kletterten diesmal ebenfalls Bärlauch, Minze und Zitronenmelisse. Geschmeidig gerührt mit dem neuen Olivenölliebling (ein goldener Kanister mit grünem Gürtel übrigens) von den Bäumen der Familie Michelakis aus Kreta. (Die Ölquelle: >Taste Greece< - eine Empfehlung für die Düsseldorfer unter euch!) 

Noch mehr:
Gurkenrelish von Éva 
Erbsengnocchi von Sybille
Beim nächsten Ma(h)l im Gewächshaus
Grünes Licht für Grün.
Einen schönen Mai.

klein im Bild: Nolde Stiftung * Seebüll 31 * Neukirchen // Taste Greece * Volmerswerther Straße 21 * Düsseldorf

Mittwoch, 24. April 2013

der vorhang fällt


Wenn ich ehrlich bin, stehe ich bereits in der Rhabarberwartestange. Das Herz freut sich enorm - und nachdem ich am Wochenende die letzten getünchten Stückchen aus dem Tiefkühlfach zu Kompott entfroren habe, ist auch wieder Platz. Ein letzter Auftritt also für die unsichtbaren Früchte im Kuchen: für die Zitronen. Das Rezept entdeckte ich einst im grünen Buch der >Rose Bakery< - und als Plus trägt es den Geschmack Amsterdams in sich. 

Als kleine Gugelkringel nahm ich den Zitronenteig an einem Sommersonntag mit in den Zug, und anschließend ins Museum, auf den Noordermarkt, ins Trödelgeschäft und zum Bier. Zurück nahm ich die beiden nicht mehr. Es hat mehr als geschmeckt. Es ist ein guter Kuchen. Nein, ein sehr guter. Der Zitronenliebste. Im schmalen Kasten sogar noch besser - mit einem schmeichelnden Vorhang aus Zierschnee und Zesten wie kleine Sonnenkräusel. Wärmt.

Und wie schafft er das? Durch eine schlichtcremige Basis aus 200 Gramm Zucker (mit Vanille aromatisiert). Dazu quetscht sich: 250 Gramm cremigweiche Butter. Schaumig schlagen - nach und nach: Eier. Vier an der Zahl. Zitronensaft einer Frucht hinzu und Schale zweier. Außerdem eine Mixtur aus 280 Gramm Mehl (Typ 405), 50 Gramm gemahlenen Mandeln, einer kräftigen Prise Salz und einem Teelöffel Backpulver. Gut vermengen.

Die Form fetten, einfüllen, ab in den Ofen bei vorgeheizten 180 Grad für 45 Minuten mindestens. Abkühlen lassen. Eine Schneeschicht anrühren (zum letzten Mal, versprochen!) aus 150 Gramm Puderzucker und einer (kleinen) Frucht Zitronensaft. Leise zutropfen. Eine feste (!) weiße Decke soll es sein. Über den Kuchen gießen, nicht streichen! Mit Abrieb bestreuen. Tropft als Zapfen herab und serviert sich am besten als dicke Scheibe. Oder auch zwei.

Mit Kokos (statt Mandeln) steuert er gen Südsee.

foam * Keizersgracht 609 // Noordermarkt * Amsterdam (samstags biologischer Bauernmarkt; montags Flohmarkt)

Freitag, 19. April 2013

einfach so

>The Weekender< (zu bestellen) über zierratundgold. Milchschaum mit Haselnusszuckerstreusel. Pizzateigstreusel. Die ersten Knospen vor dem Fenster. Auberginenkunst. Das >Heimat Zine< von Sophie, Anselm und Lina. Vanilleextrakt nach einer Idee von flowers on my plate. Die Reise.

Ein Tick von mir, eine kleine Liebe fast, ist es, farbverwandte Bilder zu bauen. Sich wiederholende Strukturen in den unterschiedlichsten Motiven finden und zu Gruppen zusammenzuschieben. Ein ganzer Ordner - prall gefüllt - liegt schon auf dem Bildschirm. Das Tun lenkt und lenkt mich ab. Detaillieren, verdichten, Ähnlichkeiten finden ist ein willkommener Mausmotivator - auch an späten Abenden. Deshalb wieder: einfach so.

Den Titel der neuen >The Weekender< Ausgabe zog ich mehr als fröhlich aus dem Paket. Die blütenumrandeten Gesichtszüge, der Blick und die Farbe - so >Vorwärts< passend. Papierfügung quasi. Ein ebenfalls sehr schönes Papierprojekt ist das >Heimat Zine<. Zudem Erinnerungen verstärkend. 

Mir liegt das Reisen nicht so sehr, obwohl ich reisen mag. Es ist immer ein wenig die Angst vor der Ferne - oder auch vor dem Unbekannten -, und das, obwohl ich gar nicht ausgeprägt heimatverbunden bin. Der Wunsch nach Aufbruch ist da, und doch gehen die Schritte meistens in die gleiche Richtung. Das Thema hat mich zu Gedanken animiert, die mich gleichzeitig in die Bilder Italiens tauchen ließen. Immer wieder ein bisschen wehmütig, aber irgendwie auch vertrauensbauend. Neun Jahre ist es her. Und dazu hörte ich gestern: >Das Leben ist eine lange Reise. Das Ziel ist letztendlich egal. Vielleicht ist sogar die ganze Reise egal. Vielleicht kommt es nur darauf an, wer dich auf deiner Reise begleitet.< Ja, vielleicht.

Mich begleitete(n):

* endlich wieder Luftikus-Pizza
* endlich wieder Kastanienknospen
* erstmals Auberginenlasagne (Tomatenwürze, ofengeheizte Auberginen, Nudelziegel - in Etagen. Obenauf: Käse. (Büffel-)Mozarella und Parmesan.)
* erstmals Vanilleextrakt

Der dauert allerdings noch. Schoten geschlitzt. Drei gefüllte, drei entleerte. Eingelegt in 250 Milliliter Alkohol - Wodka ist's. Im Schraubglas verwinden, im Dunkel verschwinden. Sechs Wochen lang. Immer mal wieder schütteln.

Schönstwo. 

Julie nimmt mit.